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Astrologie-Redaktion

Alles wird gut!

17.11.2005


Optimismus als Brot fürs Volk.

Am 31.10.2005 erschien in Spiegel-online folgender Artikel: GLAUBE, HOFFNUNG, ZUVERSICHT
»Alles wird gut! Die Deutschen gelten als Zweifler, Nörgler, Pessimisten. Das ist schlecht für die Stimmung und für den Aufschwung. Wie also kann man die Deutschen zu Optimisten machen? Experten geben Antworten.«

Gleich vorweg: Ich persönlich halte die Fragestellung wie die Antworten der hochgepriesenen und hochdotierten Experten für ein Geschenkpaket ohne Inhalt, für einen weiteren Akt der Vollverblödung im Zuge der Du-bist-Deutschland Kampagne.

Die Schreibenden wollen die Deutschen zu Optimisten machen. Dabei wird umgeformt, es sollen die Haltungen der Deutschen verändert werden, und dafür gibt es nicht ein Rezept, sondern derer gleich mehrere, und zwar ausschließlich je nach Interessenlage des Experten. Dies fand ich schon sehr interessant, daß für einen Psychologen das Rezept zur Stärkung des Optimismus ein psychologisches ist, für eine Kirchenfürstin ein gläubiges und für einen Wirtschaftler - na was denken Sie? - richtig, ein wirtschaftliches.
Daraus wird schon klar, daß hier das stärkste Schubladendenken vorherrscht, das überhaupt nur denkbar ist. Warum kann ein Wirtschaftler nicht auf den Glauben verweisen, und ein Neurobiologe nicht auf die Kraft der eigenen Leistung? Nein, der Nervenarzt redet von Körperdrogen, die den Optimismus bringen. Hinzu kommt noch, daß von 8 Interviewten 7 von Steuergeldern leben, sich also um ihre materielle Zukunft (und um nichts anderes geht es hier) bislang keine Sorgen machen müßen, denn Eigenleistung ist nicht notwendig. Es sind durch die Bank Experten, die Ihre Pfründe vertreten und verkaufen, und denen an der geistigen Freude der Deutschen nur soweit etwas liegt, als dadurch ihr Spezialgebiet gestärkt und aufgewertet wird. Was unterscheidet sie von einem Drogendealer?
Der Unterschied ist: Der Drogendealer verkauft materielle Glücksdrogen, die hier aufgeführten Experten verkaufen ideologische Glücksrezepte. Das sind die Experten, die die Geschicke des Landes lenken, die in Politik und Wirtschaft die Weichen stellen. Und das ist der Grund, weshalb ich nicht optimistisch in die Zukunft blicken kann. Denn Ideologie endete immer im Untergang und im Leid der Bevölkerung.

Nun könnte man denken, es ist etwas Gutes, die innere Haltung optimistisch auszurichten. Nach allgemeinen Auslegungen ist der Optimismus der Glaube an ein gutes Ende. Es wird schon gut werden, mach Dir keine Sorgen, es geht gut aus! Was für ein Wahnsinn! Der Glaube an ein gutes Ende heißt doch, daß ich darauf vertraue, daß die anderen es schon richten werden. Ich muß nur dasitzen, und auf eine gute Zukunft warten. Wo bitte bleibt dabei der eigene Einsatz, die eigenen Ideen?

Einsatz und Ideen des Einzelnen sind nicht gefragt, es sei denn, dieser Einsatz dient der Stärkung der herrschenden Ideologie. Um hier den Schwenk zum Astrologischen zu machen: Der Artikel erschien mit Eintritt des Planeten Jupiter in das Tierkreiszeichen Skorpion.
Jupiter ist die Einsicht, die Fülle und oft auch der Optimismus. Skorpion ist die Ideologie, die Massenströmung. Damit zeigt das Zeitgeschehen eindeutig, daß es hier nicht um das menschliche Glück geht, sondern um die letzte Ausdehnung der vorherrschenden Ideologie, die eine Ideologie des Geldes ist (Skorpion ist das viele Geld der Anderen).
Legt man nun noch den Jupiter auf die Spitze des 10. Hauses (MC), so ergibt sich auf Hamburg ein Ascendent von 24° Schütze mit einer Konjuktion von Venus und Pluto am Ascendenten. Pluto beherrscht Haus zehn und kennzeichnet damit schon das Bestimmende als Ideologie, während die Venus durch den Stier das vierte Haus beherrscht, und das Wesen der Sache darstellt: Geld.
Der hier herbeigeschriebene Optimismus ist also eine die Zeit bestimmende Ideologie des Geldes, noch besser die herrschende Ideologie auf der Grundlage des Volks(4. Haus)vermögens(Stier).


31.10.2005, 11:38 MEZ, Hamburg


Ich finde, die Schreibenden sollen Ihrem eigenen Optimismuspfad folgen, und den Rest der Welt nicht weiter damit behelligen.


Die Überschriften der einzelnen Beiträge zum Artikel:

"Optimismus ist für jeden lernbar - wenn auch in Grenzen"
Ralf Schwarzer, 62, lehrt Gesundheitspsychologie an der FU Berlin.
Optimistische Selbstüberzeugungen (= Selbstwirksamkeitserwartungen)
Diese beziehen sich auf die subjektive Annahme, schwierigen Anforderungen aufgrund eigener Kompetenz begegnen zu können.
Man verbessert diesen Optimismus, indem man beispielsweise selbständig Aufgaben bewältigt, Rollenmodelle (Vorbilder) beobachtet und von ihnen lernt, oder durch suggestive Überredung: indem man sich also von anderen überzeugen lässt, wie kompetent man ist.

"Erst braucht das Land Reformen, dann wird der Wirtschaftsaufschwung Optimismus erzeugen"
Hans-Werner Sinn, 57, ist Professor und Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München. Er veröffentlichte die Bücher "Ist Deutschland noch zu retten?" und "Die Basar-Ökonomie".

"Wir brauchen pragmatischen Optimismus"
Paul Nolte, 42, ist Professor für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der FU Berlin.
In der deutschen Krise der Gegenwart hieße das: eine Lebenseinstellung des "can do", der Überzeugung, es trotz Widrigkeiten schaffen, die Probleme bewältigen zu können. Ein solcher Optimismus verändert noch nicht die Wirklichkeit, aber er hilft dabei, an ihre Veränderung und Gestaltung zu glauben.

"Gottvertrauen erzeugt Zuversicht"
Margot Käßmann, 47, ist Landesbischöfin in Hannover. "Der Angst-Stolz bringt die Deutschen dazu, sich gegen die Zukunft zu verschanzen"
Dieter Thomä, 45, ist Professor für Philosophie an der Universität St. Gallen und veröffentlichte das Buch "Vom Glück in der Moderne".

"Der Kern des Optimismus ist, dass man etwas bewirkt"
Norbert Bolz, 52, ist Professor für Medienwissenschaft an der TU Berlin.

"Aus Pessimismus wird nur dann Optimismus, wenn jeder einzelne positiv in die Zukunft blickt"
Oliver Voss, 39, ist Geschäftsführer Kreation der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt und Erfinder des Slogans "Du bist Deutschland".

"Optimismus wirkt wie eine Droge"
Henning Scheich, 63, ist Direktor des Leibniz-Instituts für Neurobiologie in Magdeburg.

"Optimismus ist gut, Hoffnung ist besser"
Susan Neiman, 50, ist Direktorin des Einstein Forums in Potsdam. Zuletzt veröffentlichte sie das Buch "Fremde sehen anders. Zur Lage der Bundesrepublik".
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