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Astrologie-Redaktion

Die Sonnenfinsternis und ihr Horoskop

27.10.1999


Der August des Jahres 1999 war astrologisch von einer ganz besonderen Qualität gekennzeichent: Es herrschte am 11. August eine totale Sonnenfinsternis, die zudem von lastenden Planetenverbindungen begleitet wurde.

Sonnenfinsternisse werden seit der Antike schon als »Katastrophen-Zeiten« beschrieben, und vielfach sind Artikel zu lesen, die von drohenden Weltuntergängen berichten, von Bomben- oder Meteoriteneinschlägen, Naturkatastrophen und was es noch so alles an blankem Horror gibt. Dabei muß man natürlich bedenken, daß eine totale Sonnenfinsternis tatsächlich den Tag für ein paar Minuten zur Nacht macht, und ein derartiges Schauspiel hat in der Vergangenheit mit Sicherheit Angst und Schrecken verbreitet.

Adalbert Stifter erlebte und beschrieb am 8.7.1842 eine Sonnenfinsternis: „Es gibt Dinge, die man fünfzig Jahre wieß, und im einundfünfzigsten erstaunt man über die Schwere und Furchtbarkeit ihres Inhaltes. So ist es mir mit der totalen Sonnenfinsternis ergangen, welche wir in Wien in den frühesten Morgenstunden bei dem günstigsten Himmel erlebten. - Erschütternd war dieses allmähliche Sterben mitten in der noch vor wenigen Minuten herrschenden Frische des Morgens." Er beschrieb das Ereignis mit den Worten: "Man hört Gott sprechen." Nichts aber weist in seiner Erzählung auf welterschütternde Ereignisse hin. Einzig die innere Bewegung war ihm wichtig, das Erfahren, daß unser Planet Erde sich verfinstern kann, und damit dem Leben die Grundlage nimmt. Der Mensch spürt, daß seiner Allmachtsbestrebung Grenzen gesetzt sind.

Folgende Geschichte der alten Griechen mag den prophetischen Irrsinn der Finsternisse belegen: „Als sie den Krieg auch im sechsten Jahr unentschieden fortsetzten, trat dies Ereignis ein: Noch während der Schlacht wurde der Tag plötzlich zur Nacht. Diesen Wechsel des Tages hatte Thales von Milet den Ioniern vorausgesagt“, wieß der antike Historiker Herodot über eine Sonnenfinsternis von 585 v. Chr. Zu berichten. Die Meder flüchteten entsetzt bei diesem Ereignis, auf das jedoch die Ionier vorbereitet waren. Wenn man also von der Finsternis wieß, kann man Sie nutzen!

Dunkles zur Finsternis hört man im allgemeinen lediglich von Prophetiegläubigen und medienwirksamen „Astrologen“, allen voran die schöne Madame Teissier, die nun wohl bereits in der Karibik sitzt und wartet, bis der Rauch sich hier verzogen hat. Die Finsternis-Hysterie wird zusätzlich durch alle möglichen Prophezeiungen angeheizt. Die bekannteste stammt sicher von Nostradamus, der in seinen Centurien eine schreckliche Zeit für diesen Sommer weissagte. Die Verse des Nostradamus sind allerdings bis heute nicht verbindlich übersetzt, und seine Bildsprache wird den Ereignissen im nachhinein zugeordnet. Und das Neueste: Am 11.8. wird in Österreich der "Antichrist" gezeugt, der dann im Mai 2000 zur Welt kommt, und … Also, das gibt’s alles. Die Zeiten, in denen eine Finsternis den Menschen erstarren läßt, sind längst vorbei. Vielmehr gibt es einen Photo-Tourismus in die Gebiete der Finsternis, es wird zum kosmischen Schauspiel.

Was aber macht den August nun tatsächlich zu einem "heißen" Monat? Die Finsternis wird hier von drei Planeten begleitet, die zusammen mit der Sonne ein Quadrat im Horoskopkreis bilden. Die beteiligten Gestirne sind somit Sonne und Mond, Mars, Saturn, Uranus. Und nun endlich will ich zum eigentlichen Thema des August kommen. Die vierfache Verbindung dieser Planeten birgt tatsächlich schwierige Momente in sich. Die Verbindung von Sonne und Mars weist auf autoaggressives Verhalten hin. Man sollte also in jedem Fall den Sicherheitsgurt anlegen, und Streits welcher Art auch immer aus dem Wege gehen. Sonne-Uranus bringt im besten Fall eine aufregende, nervöse Zeit. Im ungünstigsten Unfälle, Stürze oder Kreislaufbeschwerden. Sonne und Saturn stürzt sich ebenfalls auf den Kreislauf. Man ist durch äußere Anforderungen überlastet, und klappt nun endlich zusammen, kommt endlich zur nötigen Entspannung. Klingt nett, fühlt sich aber mies an. Sehr problematisch sehe ich die Verbindung Saturn - Uranus. Dies ist die klassische Scheidungskonstellation. Es gibt kaum eine gewichtige Trennung ohne diese beiden Planeten. In Verbindung mit Mars und Sonne wird es dann wohl schon auch zu einem handfesten Krach kommen. Auch für die Reisenden, die Flüchter aus dem Alltag, ist diese Verbindung zu beachten, da Unfälle sicher unvermeidlich sein werden. Betrachtet man aber den Reise-Wahn, die Blechlawinen, die sich wie Blei in den Adern über das Land ziehen, scheint es mir hin und wieder notwendig, daß dieser Irrsinn sich bemerkbar macht.

Trifft dies nun auf alle Menschen zu? Nein, sicher nicht. Aber durch die vierfache Verbindung sind erheblich mehr als üblich betroffen, die hier aber nicht genannt werden (Sie wissen schon: wegen der selbsterfüllenden Prophezeiung). Muß es zur Katastrophe im einzelnen Leben kommen? Nein, es muß nicht. Aber da die Menschen im allgemeinen immer mehr wissen, als empfinden, ist es als Regulierung, als Geraderücken zu sehen. Es ist halt so: Wenn einer immer den anderen ausnutzt, oder sich durch Leistung statt Persönlichkeit beweisen muß, oder immer alles durchstehen muß, oder sich wichtiger nimmt als er ist, dann ist von Zeit zu Zeit ein Ereignis notwendig, das den Menschen wieder auf sich selbst besinnen läßt, auf sich selbst zurückwirft. Es ist Natur. Auch wenn Sie nicht selbst betroffen sind, ist es wahrscheinlich, daß es in Ihrer Umgebung etwas kracht. Sie erleben es am Anderen. Und da hilft es nicht, sich selbst oder den Anderen wieder hochzupäppeln, damit er wieder weiter werkeln kann. Einzig hilfreich ist, eine Entscheidung zur Veränderung des Lebensrhythmus, der Gewohnheiten, der Umgangsformen zu finden. Gerade die Verbindung Saturn - Uranus erzählt davon, eine neue Lebensform zu finden. Hören Sie endlich auf, sich über die herumliegenden Socken Ihres Mannes aufzuregen, oder darüber, daß Ihre Frau immer eine Stunde im Bad steht. Blöde Beispiele. Sie kennen aber sicher die richtigen! Lernen Sie die Eigenarten des Partners, der Kollegen, der Kinder anzunehmen. Es sind deren Eigenarten, und solange Ihnen diese nicht einen echten Schaden zufügen, sollten Sie es freundlich betrachten, mit Liebe im Herzen. Dann bin ich sicher, geht der August für Sie vorbei, und Sie fühlen sich hinterher besser, wohler, frischer und freier als zuvor.

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