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Astrologie-Redaktion

Vom Tierland der Schützen

27.11.2021


Nachdem mit dem SPIEGEL eines der letzten für mich lesbaren Magazine unlesbar wurde, lief ich vor ein paar Monaten einer neuen Zeitschrift in den Weg, die sich nicht mit aktuellem Tages- und Politikgeschehen befasst, sondern mit der seltsamen Kunst der Philosophie.

»HOHE LUFT - Für alle, die Lust am Denken haben« heißt das Blatt, das alle zwei Monate in wenigen verwegenen Illustriertenregalen zu finden ist. Auf der letzten Seite wird einem prominenten Menschen eine philosophische Frage gestellt. In der Ausgabe 2/2013 lautete die Frage: „Was ist das Ich, Herr Precht?“

Richard David Precht, inzwischen kein Unbekannter mehr, referiert in dem Artikel über das Ich. Die Textstelle, an der mein Ich hängen blieb, dreht sich um das folgende Zitat:

Schon immer habe ich mich in bestimmten Situationen weggeträumt. In der Schule habe ich mir etwas vorgestellt, ich wäre Zoodirektor im Tierpark in Ostberlin. In die Schulhefte zeichnete ich die Anlagen, die ich im Geist geplant hatte: Gehege, Tropenhäuser und vieles andere. In dieser Welt war ich glücklich.“

 Richard D. Precht ist laut Wikipedia am 08. Dezember 1964 geboren, und astrologisch somit als Schütze-Sonne einzuordnen.

Dass das Schütze-Zeichen die Weltanschauung, und somit auch die Philosophie, in sich trägt, zählt ja schon zu den astrologischen Binsenweisheiten. Ergänzend zum Tierpark des Herrn Precht kam aber auch ein Sonnenkollege von Herrn Precht in den Sinn, C. S. Lewis. Auch er ist, geboren am 29. November 1989, ein Schütze. C. S. Lewis wurde in den letzten Jahren durch seine „Narnia-Chroniken“ als Autor von der jüngeren Generation wieder neu entdeckt. Im Grunde ist Lewis auch ein Philosoph, genauer ein Religionsphilosoph, und zudem ein phantastischer Romanautor.

Nahezu unbekannt ist seine „Perelandra-Trilogie“, die mir persönlich noch viel lieber ist, als das „Herr der Ringe-Epos“ seines besten Freundes J.R.R. Tolkien (der eine Steinbock-Sonne hat). Beide Autoren, Lewis und Tolkien, faszinieren mich, und deshalb las ich mich auch durch Bücher über das Leben der beiden hindurch. In seiner Autobiographie „Überrascht von Freude“ findet man gleich am Anfang:

 „Unsere (der zweite ist sein älterer Bruder) frühesten Bilder bringen es an den Tag. Er zeichnete Schiffe, Züge und Schlachten; ich dagegen zeichnete das, was wir beide »Tiere in Kleidern« nannten - die anthropomorphen Tiere der Kinderliteratur. Seine erste Geschichte trug den Titel »Der junge Radscha«, das meine war »Tierland«. ... Auf dem Dachboden schrieb und illustrierte ich meine ersten Geschichten und war von beidem hochbefriedigt. Sie waren ein Versuch, meine beiden größten literarischen Vorlieben miteinander zu verbinden - Tiere in Kleidern und Rittergeschichte. Infolgedessen schrieb ich über heldenhafte Mäuse und Kaninchen, die in voller Rüstung auszogen, nicht um Riesen, sondern um Katzen zu erschlagen. ... Bald entstand eine Karte von Tierland - sogar mehrere Karten, die alle einigermaßen miteinander harmonierten.“


Beide Männer, Lewis und Precht, sind Philosophen, und erzählen aus ihrer Kindheit eben gerade die Erinnerungen an die phantasievollen Ausgestaltung vom Tierpark in Ostberlin und von Tierland.

Zufall? Keineswegs, denn der Schütze liebt Tiere. Einem Schütze-Kind kann man, von Ausnahmen immer abgesehen, jederzeit ein Haustier anvertrauen, es wird sich liebevoll um es kümmern, es füttern und versorgen, und ihm ein kleines „Tierland“ bauen.

 

Und wer weiß, vielleicht sind die Menschen, die die Philosophen betrachten und untersuchen, nichts anderes als Tiere in deren Zoo? Wohlbehütet, auch wenn manchmal Mäuse Katzen erschlagen müssen.



(Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0)


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